Landesliga Rd. 5: Heimspiel gg. Mistelbach

Nach ein­er coro­n­abe­d­ingt län­geren Wei­h­nachtspause wurde die Lan­desli­ga 2021/22 am 9.1.2022 mit Runde 5 fort­ge­set­zt. Der ASK hat­te dabei die Tabel­len­führung daheim gegen die starke Mannschaft aus Mis­tel­bach zu vertei­di­gen. Wir stell­ten beina­he die gle­iche Mannschaft wie im Auswärts­match gegen Stock­er­au, lediglich FM Kon­stan­tin Peyr­er erset­zte FM Marc Morgunov auf dem Spitzen­brett. Bei­de waren übri­gens Ende 2021 bei der Schnell- und Blitzschacheuropameis­ter­schaft der Jugend in Novi Sad im Ein­satz und kon­nten im Schnellschachbe­werb jew­eils eine Bronzemedaille in den Alter­skat­e­gorien U16 (Marc) und U18 (Kon­stan­tin) erre­ichen! Grat­u­la­tion!

Zurück zur LL: kurz nach Anpfiff der Begeg­nung war die Par­tie Lech­n­er — Teu­ber auf Brett 4 nach einem Kurzremis auch schon wieder been­det. Auf den restlichen Bret­tern ging es wesentlich span­nen­der zu. Die Eröff­nun­gen auf den Bret­tern 1 (IM Bures — FM Peyr­er) und 3 (Hajek — Bonk) ver­liefen nicht nach Wun­sch, doch auf den hin­teren Bret­tern zeich­neten sich bald Vorteile zu unseren Gun­sten ab. Auf Brett 8 spielte Oliv­er eine sein­er sauberen Tech­nikpar­tien, gewann einen Bauern, ver­w­ertete diesen prob­lem­los und zügig und brachte uns in Führung. Auch auf den Bret­tern 6 und 7 sahen die Stel­lun­gen des Vater-Sohn-Ges­panns Miazhyn­s­ki mit jedem Zug bess­er aus. Yuri hat­te Raumvorteil und das Läufer­paar, während Michael seine Fig­uren mit einem tak­tis­chen Schlag befreien kon­nte und nun mit Schwarz die Ini­tia­tive über­nahm. Die Par­tien auf den Bret­tern 2 (IM Schroll — FM Fran­tisek) und 5 (Prib­itzer — NM Stein­er) waren kom­pliziert aber unklar.

Kurz vor der Zeit­not­phase kon­nte Mis­tel­bach durch einen Sieg auf Brett 1 kurzzeit­ig aus­gle­ichen: Kon­stan­tin hat­te sich stark in die Par­tie zurück­gekämpft, ver­passte aber im entschei­den­den Augen­blick eine Aus­gle­ich­swen­dung — das resul­tierende End­spiel war hoff­nungs­los. Der sich abze­ich­nende Dop­pelschlag auf den Bret­tern 6 und 7 brachte den ASK aber qua­si sofort wieder in Führung. Auch auf den Bret­tern 2 und 5 sah es mit­tler­weile mit jew­eils einem Mehrbauern vorzüglich für die Heim­mannschaft aus. Bruno rück­te seine Bauern­mehrheit gemein­sam mit dem König nach vorne und gewann bald entschei­dend Mate­r­i­al. Ger­hard hat­te eine etwas verzwick­tere Auf­gabe in Form eines reinen Dame­nend­spiels. Trotz aller Gewin­nver­suche (u.A. ein­er Königswan­derung unter Bauernopfer bis auf die geg­ner­ische Grun­drei­he) reicht­en die schwarzen Vertei­di­gungsres­sourcen wie so oft in dieser Art von End­spiel aus — Remis. In der läng­sten Par­tie kämpfte Andras trotz des großen Mate­ri­al­nachteils lange ums Remis, let­ztlich set­zten sich die 5 kom­pakt formierten Mehrbauern aber gegen den schwarzen Läufer durch.

Der sehr erfreuliche End­stand von 5:3 gegen die starken Mis­tel­bach­er lässt uns die Tabel­len­führung vor­erst weit­er erfol­gre­ich vertei­di­gen, da Krems zuhause eine knappe 3.5:4.5-Niederlage gegen Stock­er­au hin­nehmen musste und Zwet­tl am heuti­gen Spielt­ag spiel­frei war. Die Braustädter sind in zwei Wochen auswärts der näch­ste Geg­n­er des ASK. Weit­ere Resul­tate: die nur zu sechst nach Amstet­ten gereis­ten Baden­er gewan­nen trotz dieser zwei Kon­tu­mazpunk­te gegen ersatzgeschwächte Amstet­tner mit 5:3.

Landesliga Rd. 4

In der 4. Runde der Lan­desli­ga 2021/22 hat­te der ASK die schwierige Auswärt­sprü­fung beim SV Stock­er­au zu bewälti­gen. Neben den bere­its gegen Baden aufge­bote­nen FM Marc Morgunov, IM Dr. Mag. Ger­hard Schroll, Andras  Bonk, Yuri Miazhyn­s­ki und NM Bruno Stein­er kehrten neben dem Autor mit Michael Miazhyn­s­ki und Oliv­er Kuti auch zwei Jugend­spiel­er in die Mannschaft zurück, welche vor zwei Wochen bei der Jugend­staatsmeis­ter­schaft in St. Veit im Ein­satz waren.

Die erste Punk­teteilung gab es recht bald auf Brett 5 zwis­chen Bruno Stein­er und Zoran Gajic, doch auf den restlichen Bret­tern wurde sehr kom­pro­miss­los gekämpft. Speziell Marc auf Brett 1 mit Weiß gegen IM Mag. Har­ald Grötz schien sich für heute einiges vorgenom­men zu haben und spielte in der Eröff­nung inklu­sive Bauernopfer ambi­tion­iert. Im Gegen­zug steck­ten die schwarzen Fig­uren und im Speziellen der weißfeldrige Läufer auf der Grun­drei­he fest, was Schwarz schließlich auch zum Ver­häng­nis wurde. Stock­er­au stellte aber den Aus­gle­ich her: Oliv­er hat­te mit ein­er kom­pro­mit­tierten Bauern­stel­lung vor seinem König zu kämpfen, was sein Geg­n­er mit ener­gis­chem Vorge­hen am Königs­flügel entschei­dend nutzen kon­nte.

Den­noch sah es zu diesem Zeit­punkt bere­its vielver­sprechend aus, da wir auf den restlichen Bret­tern (Schirm­beck — IM Dr. Mag. Schroll auf 2, Bonk — Dr. DI. Schmid auf 3, Stanivukovic — Y. Miazhyn­s­ki auf 4, Enkh­jar­gal — Lech­n­er auf 6, M. Miazhyn­s­ki — Riegler auf 7) bess­er bzw. zumin­d­est nicht schlechter standen. Speziell die Stel­lun­gen auf den Bret­tern 2 und 7 waren aber sehr kom­plex. Vor der ersten Zeitkon­trolle dann die Vorentschei­dung zu unseren Gun­sten durch solide Schwarzsiege auf den Bret­tern 4 und 6. Remisen in unseren restlichen bei­den Weiß­par­tien macht­en den Mannschaftssieg dann auch amtlich. Auf Brett 2 hat­te Ger­hard in der Zwis­chen­zeit die Kom­p­lika­tio­nen bess­er manövri­ert und ver­suchte, ein resul­tieren­des Bauern­plus im End­spiel zu ver­w­erten. Die ungle­ich­far­bigen Läufer macht­en diese Auf­gabe aber let­ztlich unmöglich: Remis.

Mit diesem wichti­gen 5:3-Mannschaftssieg kon­nten wir die Tabel­len­führung auch nach Runde 4 erfol­gre­ich vertei­di­gen! Punk­te­gle­ich im Titel­ren­nen bleiben aber auch Krems, eben­falls mit einem 5:3-Auswärtssieg in Baden, sowie die Mannschaft aus Zwet­tl, welche knapp mit 4.5:3.5 in Mis­tel­bach siegre­ich blieb und die Wein­viertler damit wohl endgültig aus dem Titel­ren­nen genom­men hat. Bisam­berg und Amstet­ten tren­nten sich 4:4. Alle Ergeb­nisse im Detail hier.

Landesliga Rd. 2

Am 10.10.2021 stand die zweite Runde der Lan­desli­ga 2021/22 auf dem Pro­gramm. Der ASK Kot­ting­brunn war auswärts in Bisam­berg im Ein­satz. Die Bisam­berg­er waren in den ver­gan­genen Saiso­nen stets ein unan­genehmer Geg­n­er, glück­licher­weise kon­nten wir heute eine enorm schlagkräftige Mannschaft stellen (FM Kon­stan­tin Peyr­er, IM Dr. Mag. Ger­hard Schroll, Andras Bonk, Yuri und Michael Miazhyn­s­ki, Daniel Lech­n­er, Bern­hard Haas, Oliv­er Kuti).

Die Anfangsphase war von eigen­willi­gen Eröff­nun­gen auf eini­gen Bret­tern gekennze­ich­net, wobei auf jedem Brett Sys­teme mit Königsläufer­fi­anchet­to ange­wandt wur­den. Den ersten Punkt holte Kon­stan­tin auf Brett 1, der der sizil­ian­is­chen Drachen­vari­ante seines Geg­n­ers mit einem mod­er­nen Auf­bau begeg­nete und eine sou­veräne Posi­tion­spar­tie gewann. Andras nutzte auf Brett 3 ein paar geschenk­te Tem­pi, um rasch den schwarzen fianchet­tierten Königsläufer abzu­tauschen und mit dem Vor­marsch den h-Bauern die h-Lin­ie für die Turm-Dame-Bat­terie zu öff­nen, was sich als entschei­dend erwies. Michael und Bern­hard auf den Bret­tern 6 und 7 hat­ten königsindis­che Par­tien mit Schwarz bzw. Weiß, und schafften es, sys­tem­typ­isch am Königs- bzw. Damen­flügel durchzubrechen.

Den Mannschaftssieg stell­ten dann volle Punk­te auf den Bret­tern 2 und 8 sich­er. Ger­hard spielte eine unaufgeregte Par­tie, instal­lierte zunächst einen schwarzen Springer auf d3 und gewann bald darauf mit Hil­fe der Tak­tik entschei­dend Mate­r­i­al. Oliv­er spielte auf Brett 8 mit Schwarz eine enorm sou­veräne Posi­tion­spar­tie und nutzte posi­tionelle Fehler seines Geg­n­ers gnaden­los aus.

Die läng­sten Par­tien gab es auf den Bret­tern 4 und 5. Yuri ver­wan­delte seine aktive Posi­tion in ein Tur­mend­spiel mit Mehrbauer, und dieses let­z­tendlich zum vollen Punkt. Den End­stand stellte der Autor her, allerd­ings mit ein­er gehöri­gen Por­tion Glück, denn bei der ersten Zeitkon­trolle hing die weiße Stel­lung bere­its in den Seilen. Nach über 5 Stun­den machte let­ztlich dann aber doch eine Mehrqual­ität das Ren­nen.

Das Endergeb­nis von 8:0 dürfte sog­ar unseren son­st eher schw­er zufrieden­zustel­len­den Non-Play­ing-Cap­tain Joachim Sala­m­on überzeu­gen. 🙂 Auf­grund der besseren Brettpunk­te find­en wir uns derzeit sog­ar an der Tabel­len­spitze wieder. In zwei Wochen tre­f­fen wir im Lokalder­by auf das Baden­er Team, welch­es dieses Jahr nur schw­er in Gang kommt (heute eine 2:6-Niederlage gegen Zwet­tl). Eine kleine Über­raschung lieferte der SV Stock­er­au, welch­er die favorisierten Mis­tel­bach­er mit 4.5:3.5 bezwang. Die Begeg­nung Böh­ler­w­erk-Krems war eine rel­a­tiv deut­liche Angele­gen­heit (2:6). Alle Ergeb­nisse hier.

Landesliga Rd.1

Am 26.09.2021 wurde die neue Lan­desli­ga-Sai­son 2021/22 in Niederöster­re­ich eröffnet. Der ASK Kot­ting­brunn hat­te die Mannschaft aus Böh­ler­w­erk zu Gast. Lei­der stellte diese nur 4 anstelle von 8 Spiel­ern. Nach 4 weit­eren Remisen war mit diesen 4 Kon­tu­mazpunk­ten ein 6:2-Sieg für uns fix­iert.

Generell scheint die nun beina­he zwei­jährige COVID-Aus­nahme­si­t­u­a­tion einige Mannschaften vor große Prob­leme zu stellen. Lediglich die Begeg­nung Krems-Amstet­ten wurde auf Augen­höhe geführt (4.5:3.5), während in den Par­tien Zwet­tl-Bisam­berg (7:1) und Mis­tel­bach-Baden (7.5:0.5) Klasse­nun­ter­schiede deut­lich wur­den. Bleibt abzuwarten, ob dieses schein­bare Auseinan­der­driften der Teams lediglich eine Momen­tauf­nahme darstellt. Alle Ergeb­nisse hier.

Industrieviertelcup 2021 in Bad Erlach

Am 18.9.2021 wurde in Bad Erlach der Indus­trieviertel­cup, gle­ichzeit­ig die Vor­runde für das Cup­fi­nale, als Schnellschachturnier (15 Minuten Bedenkzeit) für 4er-Mannschaften, unter strik­ter Ein­hal­tung der COVID-3G-Regelung, aus­ge­tra­gen. In Summe nah­men 12 Mannschaften teil (in 2 Grup­pen A und B), wobei der ASK Kot­ting­brunn gle­ich mit 3 Teams vertreten war. Neben Kot­ting­brunn I (IM DDr. Mag. Ger­hard Schroll, Yuri Miazhyn­s­ki, Daniel Lech­n­er, Michael Miazhyn­s­ki) und Kot­ting­brunn II (Joachim Sala­m­on, Johann Buch­has, Adal­bert Musilek, Thomas Fug­ger) stell­ten wir erfreulicher­weise mit Kot­tin­brunn III auch ein kom­plettes Jugendteam (Alexan­der All­dred, Mar­tin Bon­dar, Matthias Rieder, Ais­sul­tan Taizhanov, alle­samt Jahrgang 2010/2011).

In Gruppe B wurde unsere erste Mannschaften ihrer Favoriten­rolle gerecht und qual­i­fizierte sich nach 5 Vor­run­den, abge­se­hen von dem einen oder anderen indi­vidu­ellen Aus­rutsch­er, sehr sou­verän mit 10/10 für das Finale um den Indus­trieviertel­cup. Für unser Jugendteam stellte der Bewerb eine echte Feuer­taufe dar, aber gle­ichzeit­ig eine tolle Chance, Erfahrung und Erfahrun­gen zu sam­meln. Jugend­be­treuer Thomas Fug­ger drück­te in diesem Zusam­men­hang sein Bedauern aus, dass son­st lei­der kein weit­eres Jugendteam am Start war.

In Gruppe A lieferte sich das favorisierte Team von Baden I ein Kopf-an-Kopf-Ren­nen mit Bad Vös­lau. Bei­de Teams starteten mit 8/8, im direk­ten Duell in der Schlussrunde gin­gen die Vös­lauer durch einen Sieg des in den Ligen für den ASK Kot­ting­brunn spie­len­den Jayaku­mar Soma­sun­dram sog­ar zwichen­zeitlich sen­sa­tionell mit 2:1 in Führung. Der Baden­er Obmann Mar­tin Herndl­bauer ret­tete seinem Team aber in ein­er Zeit­notschlacht noch das 2:2 und damit den Auf­stieg ins Finale, da die Brettpunk­te als Zweitwer­tung für den Titelvertei­di­ger sprachen. Für Kot­ting­brunn II reichte es nach knap­pen Nieder­la­gen gegen Vös­lau und Glog­gnitz nur zu Zwis­chen­rang 4 und zum Spiel um Platz 7.

Im Finale Baden I — Kot­ting­brunn I gab es zunächst auf Brett 1 das (erwart­bare) Großmeis­ter­remis zwis­chen den IMs Lend­wai und Schroll. Nach­dem Michael Miazhyn­s­ki auf Brett 4 seine bril­liante Leis­tung an diesem Tag (6/6!) mit einem Weißsieg gekrönt hat­te sah es vorzüglich für uns aus, da wir in den verbliebe­nen Par­tien über­legen standen. Doch machte uns lei­der der Fak­tor Bedenkzeit (es wurde ohne Inkre­ment gespielt) einen dick­en Strich durch die Rech­nung: zunächst ver­lor der Autor auf Brett 3 eine am Brett total gewonnene Stel­lung auf Zeit, und auch in Yuri’s Par­tie schwand der große Vorteil im End­spiel — Remis und daher End­stand 2:2. Dies reichte Baden zum Titel, da im Finale bei Gle­ich­stand das vorder­ste gewonnene Brett zählt. Rang 3 teil­ten sich nach einem 2:2 Vös­lau und Erlach I. Alle Ergeb­nisse wie üblich auf chess-results.

Grat­u­la­tion an Baden zum Titel sowie viel Erfolg beim Cup­fi­nale Anfang 2022! Dank an die Organ­i­sa­tion durch den SK Erlach um Turnierdi­rek­tor Josef Petz und den Glog­gnitzer Obmann Wolf­gang Bauer sowie den Schied­srichter Ger­hard Murstein­er für den rei­bungs­freien Ablauf des Turniers!

Vienna Chess Open 2019: Stanec und Theissl-Pokorna sind Staatsmeister

Von 17.8. — 24.8. ging im grandiosen Ambi­ente des Großen Fest­saals des Wiener Rathaus­es das Vien­na Chess Open 2019 über die Bühne. Das eigentlich alle zwei Jahre aus­ge­tra­gene Turnier (auf­grund von Ren­ovierungsar­beit­en zulet­zt 2016) kon­nte mit einem Teil­nehmer­reko­rd von 972 Spiel­ern aus 57 Län­dern sowie zwei Neuerun­gen aufwarten. Ein­er­seits wurde auf­grund des anschließen­den inter­na­tionalen Opens in Inns­bruck dies­mal nur an acht Tagen gespielt (Sam­stag bis Sam­stag), zum anderen zählte das A-Turnier gle­ichzeit­ig als öster­re­ichis­che Staatsmeis­ter­schaft im Stan­dard­schach der offe­nen Klasse sowie der Damen.

Im A-Turnier mit 400 Teil­nehmern sah es bis zur let­zten Runde nach einem Sen­sa­tion­ssieg des jun­gen amerikanis­chen Außen­seit­ers Gabriel Bick aus, doch der Lauf endete in der Schlussrunde mit ein­er bit­teren Schwarznieder­lage gegen den let­zlichen Turnier­sieger GM Alessio Valsec­chi (7.5/9) aus Ital­ien. Eine GM-Norm sowie der 3. Platz (7/9) wer­den etwas darüber hin­wegtrösten. Sil­ber sicherte sich noch der kroat­is­che GM Mladen Palac (7/9) nach Zweitwer­tung.

Den Staatsmeis­ter­ti­tel der offe­nen Klasse macht­en sich die Großmeis­ter David Shen­gelia und Niko­laus Stanec in einem Kopf-an-Kopf-Ren­nen aus, wobei schließlich let­zt­ge­nan­nter mit 7/9 nach Fein­wer­tung seinen Titel aus dem Vor­jahr erfol­gre­ich vertei­di­gen kon­nte. Bronze ging an GM Andreas Dier­mair (eben­falls 7/9). Bei den Damen lagen vor der Schlussrunde mit je drei bei 5 und  4.5 noch ins­ge­samt sechs Spielerin­nen aus­sicht­sre­ich im Kampf um die Medaillen. Schlussendlich hat­te WGM Regi­na Theissl-Poko­r­na mit 5.5 aufrund der besseren Zweitwer­tung die Nase vor WFM Anna-Lena Schnegg und krönte sich so zur Damen­staatsmeis­terin 2019. Bronze ging an FM Anna-Christi­na Rag­ger (5/9).

Im B-Turnier mit eben­falls mehr als 400 Teil­nehmern siegte der Schweiz­er Niko­las Kueng mit 8/9 nach Zweitwer­tung vor den Öster­re­ich­ern Daniel Erwin-Casero (8/9) und Mar­tin Pecha (7.5/9). Das C-Turnier mit 161 Teil­nehmern wurde eine Beute des Donaustädters Peter Meixn­er, der sich mit 7.5/9 nach Zweitwer­tung gegen Elias Berrou­ka (Sz Favoriten, 7.5/9) und den Englän­der Chris Smith (7.5/9) durch­set­zen kon­nte.

Der ASK Kot­ting­brunn war mit ins­ge­samt sieben Spiel­ern vertreten, fünf davon im A-Turnier und zwei im B-Turnier. Sehr erfreulich das gute Abschnei­den unseres Young­sters Oliv­er Kuti, die anderen per­formten in etwa entsprechend ihrer Erwartung. Kurioser­weise kam es trotz der großen Teil­nehmerzahl gle­ich zu zwei “Stall­du­ellen” (Lech­n­er — M. Morgunov sowie Miazhyn­s­ki — Peyr­er). Unten­ste­hend die Ergeb­nisse mit Turnier, Endrang sowie Punk­tezahl:

  • FM Daniel Morgunov (A, 74., 5.5/9)
  • FM Marc Morgunov (A, 102., 5.5/9)
  • Dr. Yuri Miazhyn­s­ki (A, 131., 5/9)
  • Kon­stan­tin Peyr­er (A, 138., 5/9)
  • Daniel Lech­n­er (A, 178., 4.5/9)
  • Oliv­er Kuti (B, 73., 5.5/9, +110 Elo!!)
  • Johann Buch­has (B, 241., 4/9)

Der ASK Kot­ting­brunn grat­uliert allen Gewin­nern und Staatsmeis­tern her­zlich! Ein großes Lob auch an die Organ­i­sa­tion rund um Turnierdi­rek­tor Johann Pöck­stein­er und Team, die sowohl die schachbe­zo­ge­nen als auch die enor­men logis­tis­chen Her­aus­forderun­gen (u.A. herrschte im Turnier­saal absolutes Handyver­bot, diese mussten in der Garder­obe abgegeben wer­den) sou­verän meis­terte und dieses High­light des europäsichen Schachkalen­ders erst ermöglichte. Für Impres­sio­nen dieses Events sei auf Peter Kranzl’s sehenswerte Foto­ga­lerie, die ÖSB-Foto­ga­lerie sowie die Turnier­web­site ver­wiesen. Alle Ergeb­nisse im Detail find­en sich auf chess-results.com.

Bad Vöslau ist Meister der 2. Bundesliga Ost

Am 30./31. März gin­gen im Wiener Haus des Schachsports die zwei Abschlussrun­den der 2. Bun­desli­ga Ost der Sai­son 2018/19 über die Bühne. Als sen­sa­tioneller Tabel­len­führer ging Bad Vös­lau in ebendiese, dahin­ter lauerten aber noch drei Mannschaften auf ihre Chance. Mit zwei sou­verä­nen Siegen gegen die Wiener Ver­fol­ger Aus­tria und Hiet­z­ing krön­ten sich die Ther­men­län­der aber schlussendlich mit einem Punkt Vor­sprung auf die starken Mis­tel­bach­er ver­di­en­ter­maßen zum Meis­ter. 9 Mannschaftssiege bei nur zwei Unentsch­ieden ohne Nieder­lage zeu­gen von ein­er über­ra­gen­den Sai­son!

Drei Jahre nach Auflö­sung der Spiel­ge­mein­schaft mit Kot­ting­brunn gelang der Mannschaft rund um Obmann Robert Baum­frisch nun also der große Coup mit dem Meis­ter­ti­tel der 2. Bun­desli­ga und dem damit ver­bun­de­nen Auf­stieg in Öster­re­ichs höch­ste Spielk­lasse im Schach. Der ASK grat­uliert her­zlich und wün­scht viel Erfolg für die kom­menden Auf­gaben in der 1. Bun­desli­ga!

Landesliga Rd. 10: auswärts gg. Litschau

Am 17.3. hat­te der ASK Kot­ting­brunn das schwere Auswärts­match beim (Ko-)Tabellenführer Litschau vor der Brust. Trotz Kaiser­wet­ters ( 🙂 🙂 ) kon­nten wir eine sehr kom­pak­te Mannschaft auf die „Wel­treise“ ins ober­ste Wald­vier­tel entsenden.

Nach dem mit­tler­weile tra­di­tionell gewor­de­nen Kurzremis des Autors mit Schwarz (dies­mal Brett 4 gegen Jiri Plasil) starteten wir prak­tisch mit 4 Weiß- und 3 Schwarzbret­tern in die Begeg­nung. Auf eini­gen Bret­tern kon­nten wir bald Vorteil ver­buchen, der Führungstr­e­f­fer fiel den­noch etwas über­raschend. Kon­stan­tin Peyr­er wurde am Spitzen­brett vom derzeit in Hochform befind­lichen CM Jurij Kha­lakhan in der Eröff­nung über­rascht und musste einige Bauern abgeben, spielte aber unbeküm­mert weit­er und eroberte den Bauern h7. Plöt­zlich war der weiße h-Bauer frei, dieser wurde ener­gisch nach vorne gezo­gen und kon­nte von Schwarz nicht mehr gestoppt wer­den. Bald darauf der zweite Punkt: Chris­t­ian Fabisch errang mit Weiß gegen Patrick Schuh (Brett 7) nach der Eröff­nung totale Kon­trolle über die Stel­lung und rück­te dem offe­nen König von Schwarz in Folge mit Leichtigkeit zu Leibe. Der Anschlusstr­e­f­fer gelang Litschau auf Brett 2 in der Par­tie CM Thomas Bauer – FM Johannes Wirius. In ein­er sehr kom­plizierten Stel­lung mit gegen­seit­i­gen Rochaden opferte Schwarz einen Bauern für offene Lin­ien am Königs­flügel, Weiß kon­nte aber alle Dro­hun­gen abwehren und drang eben­dort mit den Fig­uren in die schwarze Stel­lung ein. Fer­enc Csil­lag hat­te in sein­er Par­tie gegen Roman Neme­cek (Brett 8) eine gute Stel­lung und eroberte bald einen Bauern, kon­nte aber erst in ein­er wack­e­li­gen tak­tis­chen Zeit­not­phase den Vorteil entschei­dend aus­bauen.

Uns fehlte somit nur mehr ein Punkt zum Sieg, und es sah gut aus. Die Par­tie Yuri Miazhyn­s­ki – NM Ste­fan Wag­n­er stand aus­geglichen, Her­bert Dit­tel ver­buchte mit­tler­weile gegen Oldrich Popel­ka (Brett 5) Mehrbauer und dom­i­nante Stel­lung und Bern­hard Haas hat­te sich auf Brett 6 gegen Pavel Ptac­nik erfol­gre­ich aus ein­er gedrück­ten Stel­lung befre­it und kämpfte nun um 3 mögliche Ergeb­nisse. Nach­dem let­ztere Par­tie bald mit ein­er Punk­teteilung geen­det hat­te wurde es kurz nochmal span­nend, als Yuri der Über­gang ins End­spiel miss­lang und er mit Bauern gegen Turm ums Remis kämpfen musste. Nach­dem dies gelun­gen war stand der Mannschaftssieg fest! Die let­zte Par­tie auf 5 flack­erte über­raschend nochmals auf und erlebte eine äußerst nervöse und hek­tis­che Zeit­not­phase, bevor auch diese mit einem Remis endete.

Am Ende also ein toller 5:3-Auswärtssieg beim Tabel­len­führer (Fotos find­en sich im Bild­bericht von Franz Mod­li­ba auf der NOESV-Seite). Von den let­zten 5 Begeg­nun­gen kon­nten wir 4 gewin­nen und eine remisieren! Nach dem miss­lun­genen Start mit 3 Nieder­la­gen bei einem Remis räu­men wir so das Feld ener­gisch von hin­ten auf. Die Tite­lam­bi­tio­nen von Litschau erlit­ten heute einen her­ben Dämpfer, doch auch Mis­tel­bach patzte gegen Pöch­larn (3:5). Amstet­ten nutzte dies mit einem Sieg gegen Stock­er­au und set­zte sich 2 Punk­te in Führung, ist aber in der let­zten Runde spiel­frei. Alle Ergeb­nisse im Detail hier. Ein Herz­schlag­fi­nale bei der Schlussrunde in 3 Wochen ist also garantiert, dort geht es für uns noch gegen den SK Zwet­tl.

Landesliga Rd. 8: Auswärts gg. Stockerau

Nach­dem der Jän­ner für die LL-Mannschaft des ASK Kot­ting­brunn spiel­frei war, stand zu Beginn des Jahres das Auswärts­match in Stock­er­au am Pro­gramm. Bei Kaiser­wet­ter (wie kön­nte es anders sein) bracht­en bei­de Teams enorm starke Auf­stel­lun­gen ans Brett.

Der Autor remisierte auf Brett 6 rasch gegen Zoran Gajic. Die restlichen Par­tien dauerten länger. Flo­ri­an Schlager spielte auf Brett 8 gegen den Stock­er­auer Jugend­spiel­er Philip Koc­s­ka eine konkrete Par­tie, die schließlich eben­falls friedlich endete. Auf eini­gen Bret­tern sah es ganz gut für uns aus. Kon­stan­tin Peyr­er spielte auf Brett 2 gegen IM Har­ald Grötz von Zug 1 weg enorm kom­pro­miss­los, FM Daniel Morgunov (Brett 3) ent­lock­te sein­er Geg­ner­in WIM Batyte Dai­va mit geschick­ter Eröff­nungswahl rasch großen Vorteil auf der Uhr und am Brett und Chris­t­ian Fabisch überzeugte auf 7 gegen unseren ehe­ma­li­gen Teamkol­le­gen Markus Nemetz mit fein­er Stel­lungs­be­hand­lung. Dementsprechend kon­nten wir in den bei­den let­zt­ge­nan­nten Par­tien bald den Punkt für uns ver­buchen. In der englis­chen Manövri­er­par­tie auf Brett 5 zwis­chen FM Johannes Wirius und Thomas Schmid kam keine Seite merk­lich in Vorteil, mit dem Remis stand es bere­it 3.5:1.5 für uns.

Der Schritt über die Ziellinie erwies sich allerd­ings als beschw­er­lich. IM Ger­hard Schroll wurde am Spitzen­brett von GM Tomas Polak im End­spiel erwis­cht, und Kon­stan­tin ver­lor lei­der Kon­trolle über die Stel­lung und Par­tie. Den Sieg sicherte ein­mal mehr Yuri Miazhyn­s­ki mit Schwarz auf 4 gegen Hannes Schirm­beck in ein­er stark geführten Kon­ter­par­tie der mod­er­nen Vertei­di­gung.

Mit diesem tollen 4.5:3.5-Sieg, dem drit­ten vollen Erfolg in Serie, sind wir nach ver­hal­tenem Saison­start plöt­zlich wieder im Ren­nen um die Podest­plätze! In diesem befind­et sich fast noch die gesamte Tabelle, es geht so eng zu wie lange nicht. Alle Ergeb­nisse im Detail hier. Ein klein­er sportlich­er Wer­mut­stropfen waren die 3(!) Kon­tu­mazen von Pöch­larn, die dem Leader Litschau mit einem äußerst schme­ichel­haften 4:4 einen wichti­gen Punkt im Titel­ren­nen bracht­en. In den direk­ten Duellen gegen die in der Tabelle vor uns liegen­den Mannschaften Amstet­ten und Litschau in zwei und vier Wochen geht es nun für jew­eils bei­de Mannschaften um Einiges, span­nende Begeg­nun­gen sind garantiert!

Kurzbesuch im “Wimbledon des Schachs”

Bern­hard Haas und Daniel Lech­n­er vom ASK Kot­ting­brunn stat­teten gemein­sam mit den ehe­ma­li­gen Kot­ting­brun­nern Ste­fan Zojer (derzeit SK Baden) und Thomas Zojer (lebt derzeit in Ams­ter­dam) dem tra­di­tion­sre­ichen Schachturnier „Tata Steel Chess“ im nieder­ländis­chen Wijk an Zee am 17. und 18. Jän­ner einen Woch­enendbe­such ab. Vom 11. bis 28. Jän­ner ver­wan­delte sich die kleine Ortschaft in ein wahres Schachmek­ka. Zwei Weltk­las­se­turniere (Mas­ters und Chal­lengers) wur­den von zahlre­ichen Ama­teur­turnieren mit rund 1000 Teil­nehmern begleit­et.

Blick über den Turnier­saal: Ama­teur­turniere im Vorder­grund, abges­per­rter Bere­ich des Top­turniers im Hin­ter­grund
Obwohl der Bere­ich vor der Absper­rung während der Par­tien stets voller Zuse­her war, hat­te man immer einen guten Blick auf die Top­bret­ter mit den Stars.
Die Ver­suchung, sich selb­st ans Brett zu set­zen war dementsprechend groß.

Die Wurzeln des Top­turniers reichen bere­its über 80 Jahre zurück, die erste Auflage gab es im Jahr 1938, und prak­tisch alle Welt­meis­ter (bis auf Was­sili Smys­low und Bob­by Fis­ch­er) tru­gen sich im Ver­lauf der Geschichte in die Siegerliste ein. Diese Tra­di­tion kann wohl kaum ein anderes Schachturnier auf der Welt vor­weisen.

“Nor­male Leute müssen Neapel sehen bevor sie ster­ben, ein Schachgroßmeis­ter muss zuvor Wijk aan Zee gewin­nen.” (Bent Larsen)

Neben der Möglichkeit, Weltk­lass­espiel­er haut­nah zu erleben (im Mas­ters sind 8 der Top 10 der Welt am Start) liegt der beson­dere Reiz aber vor allem in der bun­ten Mis­chung und der umgreifend­en Schache­uphorie in Wijk. Vom Schachan­fänger bis zum Welt­meis­ter ist alles vertreten, auch altersmäßig. In den Cafés im Dorf kaum ein Tisch, auf dem kein Schachbrett zur Analyse oder eine schnelle Blitz­par­tie ste­ht.

Wijk aan Zee selb­st in ein 2200-Ein­wohn­er-Dorf mit ein­er erstaunlichen Dichte an Cafés und Snack­bars.
Im “Café de Zon” wer­den die Par­tien noch im klas­sis­chen Stil für das Pub­likum analysiert.

Während die Par­tien noch liefen war es lei­der unter­sagt, im Spiel­saal Fotos zu machen. Dies­bezüglich sei hier auf die Turnier­seite ver­wiesen, auf der sich wirk­lich tolle Bilder „in Action“ find­en. Zum Abschluss eine Tak­tikauf­gabe aus der Par­tie Mag­nus Carlsen gegen Richard Rap­port: mit welch­er schö­nen Kom­bi­na­tion gewann der spätere Turnier­sieger und Welt­meis­ter aus Nor­we­gen mit Weiß gegen seinen ungarischen Konkur­renten die Par­tie (Hin­weis: es gibt 2 Lösun­gen, siehe unter dem Dia­gramm)?

Lösung: nach dem Läufer­opfer 1.Lxf6+! Txf6 entschei­det das Tur­mopfer 2.Txh7+!!, und Schwarz gab bere­its auf, da nach 2…Dxh7 3.Dxh7+ Kxh7 4.Sxf6+ der Springer den König und den Turm e8 gabelt, wonach Weiß mit Qual­ität und Bauer mehr ein leicht gewonnenes End­spiel hat. Der Com­put­er find­et sog­ar die noch bessere Lösung 1.Sxf6!! Txf6 (son­st kommt ein­fach ein Abzugss­chach), dann wieder 2.Txh7+!! Dxh7 3.Lxf6+ Kg8, und nun entschei­det der stille Zug 4.Df5! und der Sg6 geht ver­loren.