Vienna Chess Open 2019: Stanec und Theissl-Pokorna sind Staatsmeister

Von 17.8. — 24.8. ging im grandiosen Ambi­ente des Großen Fest­saals des Wiener Rathaus­es das Vien­na Chess Open 2019 über die Bühne. Das eigentlich alle zwei Jahre aus­ge­tra­gene Turnier (auf­grund von Ren­ovierungsar­beit­en zulet­zt 2016) kon­nte mit einem Teil­nehmer­reko­rd von 972 Spiel­ern aus 57 Län­dern sowie zwei Neuerun­gen aufwarten. Ein­er­seits wurde auf­grund des anschließen­den inter­na­tionalen Opens in Inns­bruck dies­mal nur an acht Tagen gespielt (Sam­stag bis Sam­stag), zum anderen zählte das A-Turnier gle­ichzeit­ig als öster­re­ichis­che Staatsmeis­ter­schaft im Stan­dard­schach der offe­nen Klasse sowie der Damen.

Im A-Turnier mit 400 Teil­nehmern sah es bis zur let­zten Runde nach einem Sen­sa­tion­ssieg des jun­gen amerikanis­chen Außen­seit­ers Gabriel Bick aus, doch der Lauf endete in der Schlussrunde mit ein­er bit­teren Schwarznieder­lage gegen den let­zlichen Turnier­sieger GM Alessio Valsec­chi (7.5/9) aus Ital­ien. Eine GM-Norm sowie der 3. Platz (7/9) wer­den etwas darüber hin­wegtrösten. Sil­ber sicherte sich noch der kroat­is­che GM Mladen Palac (7/9) nach Zweitwer­tung.

Den Staatsmeis­ter­ti­tel der offe­nen Klasse macht­en sich die Großmeis­ter David Shen­gelia und Niko­laus Stanec in einem Kopf-an-Kopf-Ren­nen aus, wobei schließlich let­zt­ge­nan­nter mit 7/9 nach Fein­wer­tung seinen Titel aus dem Vor­jahr erfol­gre­ich vertei­di­gen kon­nte. Bronze ging an GM Andreas Dier­mair (eben­falls 7/9). Bei den Damen lagen vor der Schlussrunde mit je drei bei 5 und  4.5 noch ins­ge­samt sechs Spielerin­nen aus­sicht­sre­ich im Kampf um die Medaillen. Schlussendlich hat­te WGM Regi­na Theissl-Poko­r­na mit 5.5 aufrund der besseren Zweitwer­tung die Nase vor WFM Anna-Lena Schnegg und krönte sich so zur Damen­staatsmeis­terin 2019. Bronze ging an FM Anna-Christi­na Rag­ger (5/9).

Im B-Turnier mit eben­falls mehr als 400 Teil­nehmern siegte der Schweiz­er Niko­las Kueng mit 8/9 nach Zweitwer­tung vor den Öster­re­ich­ern Daniel Erwin-Casero (8/9) und Mar­tin Pecha (7.5/9). Das C-Turnier mit 161 Teil­nehmern wurde eine Beute des Donaustädters Peter Meixn­er, der sich mit 7.5/9 nach Zweitwer­tung gegen Elias Berrou­ka (Sz Favoriten, 7.5/9) und den Englän­der Chris Smith (7.5/9) durch­set­zen kon­nte.

Der ASK Kot­ting­brunn war mit ins­ge­samt sieben Spiel­ern vertreten, fünf davon im A-Turnier und zwei im B-Turnier. Sehr erfreulich das gute Abschnei­den unseres Young­sters Oliv­er Kuti, die anderen per­formten in etwa entsprechend ihrer Erwartung. Kurioser­weise kam es trotz der großen Teil­nehmerzahl gle­ich zu zwei “Stall­du­ellen” (Lech­n­er — M. Morgunov sowie Miazhyn­s­ki — Peyr­er). Unten­ste­hend die Ergeb­nisse mit Turnier, Endrang sowie Punk­tezahl:

  • FM Daniel Morgunov (A, 74., 5.5/9)
  • FM Marc Morgunov (A, 102., 5.5/9)
  • Dr. Yuri Miazhyn­s­ki (A, 131., 5/9)
  • Kon­stan­tin Peyr­er (A, 138., 5/9)
  • Daniel Lech­n­er (A, 178., 4.5/9)
  • Oliv­er Kuti (B, 73., 5.5/9, +110 Elo!!)
  • Johann Buch­has (B, 241., 4/9)

Der ASK Kot­ting­brunn grat­uliert allen Gewin­nern und Staatsmeis­tern her­zlich! Ein großes Lob auch an die Organ­i­sa­tion rund um Turnierdi­rek­tor Johann Pöck­stein­er und Team, die sowohl die schachbe­zo­ge­nen als auch die enor­men logis­tis­chen Her­aus­forderun­gen (u.A. herrschte im Turnier­saal absolutes Handyver­bot, diese mussten in der Garder­obe abgegeben wer­den) sou­verän meis­terte und dieses High­light des europäsichen Schachkalen­ders erst ermöglichte. Für Impres­sio­nen dieses Events sei auf Peter Kranzl’s sehenswerte Foto­ga­lerie, die ÖSB-Foto­ga­lerie sowie die Turnier­web­site ver­wiesen. Alle Ergeb­nisse im Detail find­en sich auf chess-results.com.

Bad Vöslau ist Meister der 2. Bundesliga Ost

Am 30./31. März gin­gen im Wiener Haus des Schachsports die zwei Abschlussrun­den der 2. Bun­desli­ga Ost der Sai­son 2018/19 über die Bühne. Als sen­sa­tioneller Tabel­len­führer ging Bad Vös­lau in ebendiese, dahin­ter lauerten aber noch drei Mannschaften auf ihre Chance. Mit zwei sou­verä­nen Siegen gegen die Wiener Ver­fol­ger Aus­tria und Hiet­z­ing krön­ten sich die Ther­men­län­der aber schlussendlich mit einem Punkt Vor­sprung auf die starken Mis­tel­bach­er ver­di­en­ter­maßen zum Meis­ter. 9 Mannschaftssiege bei nur zwei Unentsch­ieden ohne Nieder­lage zeu­gen von ein­er über­ra­gen­den Sai­son!

Drei Jahre nach Auflö­sung der Spiel­ge­mein­schaft mit Kot­ting­brunn gelang der Mannschaft rund um Obmann Robert Baum­frisch nun also der große Coup mit dem Meis­ter­ti­tel der 2. Bun­desli­ga und dem damit ver­bun­de­nen Auf­stieg in Öster­re­ichs höch­ste Spielk­lasse im Schach. Der ASK grat­uliert her­zlich und wün­scht viel Erfolg für die kom­menden Auf­gaben in der 1. Bun­desli­ga!

Landesliga Rd. 10: auswärts gg. Litschau

Am 17.3. hat­te der ASK Kot­ting­brunn das schwere Auswärts­match beim (Ko-)Tabellenführer Litschau vor der Brust. Trotz Kaiser­wet­ters ( 🙂 🙂 ) kon­nten wir eine sehr kom­pak­te Mannschaft auf die „Wel­treise“ ins ober­ste Wald­vier­tel entsenden.

Nach dem mit­tler­weile tra­di­tionell gewor­de­nen Kurzremis des Autors mit Schwarz (dies­mal Brett 4 gegen Jiri Plasil) starteten wir prak­tisch mit 4 Weiß- und 3 Schwarzbret­tern in die Begeg­nung. Auf eini­gen Bret­tern kon­nten wir bald Vorteil ver­buchen, der Führungstr­e­f­fer fiel den­noch etwas über­raschend. Kon­stan­tin Peyr­er wurde am Spitzen­brett vom derzeit in Hochform befind­lichen CM Jurij Kha­lakhan in der Eröff­nung über­rascht und musste einige Bauern abgeben, spielte aber unbeküm­mert weit­er und eroberte den Bauern h7. Plöt­zlich war der weiße h-Bauer frei, dieser wurde ener­gisch nach vorne gezo­gen und kon­nte von Schwarz nicht mehr gestoppt wer­den. Bald darauf der zweite Punkt: Chris­t­ian Fabisch errang mit Weiß gegen Patrick Schuh (Brett 7) nach der Eröff­nung totale Kon­trolle über die Stel­lung und rück­te dem offe­nen König von Schwarz in Folge mit Leichtigkeit zu Leibe. Der Anschlusstr­e­f­fer gelang Litschau auf Brett 2 in der Par­tie CM Thomas Bauer – FM Johannes Wirius. In ein­er sehr kom­plizierten Stel­lung mit gegen­seit­i­gen Rochaden opferte Schwarz einen Bauern für offene Lin­ien am Königs­flügel, Weiß kon­nte aber alle Dro­hun­gen abwehren und drang eben­dort mit den Fig­uren in die schwarze Stel­lung ein. Fer­enc Csil­lag hat­te in sein­er Par­tie gegen Roman Neme­cek (Brett 8) eine gute Stel­lung und eroberte bald einen Bauern, kon­nte aber erst in ein­er wack­e­li­gen tak­tis­chen Zeit­not­phase den Vorteil entschei­dend aus­bauen.

Uns fehlte somit nur mehr ein Punkt zum Sieg, und es sah gut aus. Die Par­tie Yuri Miazhyn­s­ki – NM Ste­fan Wag­n­er stand aus­geglichen, Her­bert Dit­tel ver­buchte mit­tler­weile gegen Oldrich Popel­ka (Brett 5) Mehrbauer und dom­i­nante Stel­lung und Bern­hard Haas hat­te sich auf Brett 6 gegen Pavel Ptac­nik erfol­gre­ich aus ein­er gedrück­ten Stel­lung befre­it und kämpfte nun um 3 mögliche Ergeb­nisse. Nach­dem let­ztere Par­tie bald mit ein­er Punk­teteilung geen­det hat­te wurde es kurz nochmal span­nend, als Yuri der Über­gang ins End­spiel miss­lang und er mit Bauern gegen Turm ums Remis kämpfen musste. Nach­dem dies gelun­gen war stand der Mannschaftssieg fest! Die let­zte Par­tie auf 5 flack­erte über­raschend nochmals auf und erlebte eine äußerst nervöse und hek­tis­che Zeit­not­phase, bevor auch diese mit einem Remis endete.

Am Ende also ein toller 5:3-Auswärtssieg beim Tabel­len­führer (Fotos find­en sich im Bild­bericht von Franz Mod­li­ba auf der NOESV-Seite). Von den let­zten 5 Begeg­nun­gen kon­nten wir 4 gewin­nen und eine remisieren! Nach dem miss­lun­genen Start mit 3 Nieder­la­gen bei einem Remis räu­men wir so das Feld ener­gisch von hin­ten auf. Die Tite­lam­bi­tio­nen von Litschau erlit­ten heute einen her­ben Dämpfer, doch auch Mis­tel­bach patzte gegen Pöch­larn (3:5). Amstet­ten nutzte dies mit einem Sieg gegen Stock­er­au und set­zte sich 2 Punk­te in Führung, ist aber in der let­zten Runde spiel­frei. Alle Ergeb­nisse im Detail hier. Ein Herz­schlag­fi­nale bei der Schlussrunde in 3 Wochen ist also garantiert, dort geht es für uns noch gegen den SK Zwet­tl.

Landesliga Rd. 8: Auswärts gg. Stockerau

Nach­dem der Jän­ner für die LL-Mannschaft des ASK Kot­ting­brunn spiel­frei war, stand zu Beginn des Jahres das Auswärts­match in Stock­er­au am Pro­gramm. Bei Kaiser­wet­ter (wie kön­nte es anders sein) bracht­en bei­de Teams enorm starke Auf­stel­lun­gen ans Brett.

Der Autor remisierte auf Brett 6 rasch gegen Zoran Gajic. Die restlichen Par­tien dauerten länger. Flo­ri­an Schlager spielte auf Brett 8 gegen den Stock­er­auer Jugend­spiel­er Philip Koc­s­ka eine konkrete Par­tie, die schließlich eben­falls friedlich endete. Auf eini­gen Bret­tern sah es ganz gut für uns aus. Kon­stan­tin Peyr­er spielte auf Brett 2 gegen IM Har­ald Grötz von Zug 1 weg enorm kom­pro­miss­los, FM Daniel Morgunov (Brett 3) ent­lock­te sein­er Geg­ner­in WIM Batyte Dai­va mit geschick­ter Eröff­nungswahl rasch großen Vorteil auf der Uhr und am Brett und Chris­t­ian Fabisch überzeugte auf 7 gegen unseren ehe­ma­li­gen Teamkol­le­gen Markus Nemetz mit fein­er Stel­lungs­be­hand­lung. Dementsprechend kon­nten wir in den bei­den let­zt­ge­nan­nten Par­tien bald den Punkt für uns ver­buchen. In der englis­chen Manövri­er­par­tie auf Brett 5 zwis­chen FM Johannes Wirius und Thomas Schmid kam keine Seite merk­lich in Vorteil, mit dem Remis stand es bere­it 3.5:1.5 für uns.

Der Schritt über die Ziellinie erwies sich allerd­ings als beschw­er­lich. IM Ger­hard Schroll wurde am Spitzen­brett von GM Tomas Polak im End­spiel erwis­cht, und Kon­stan­tin ver­lor lei­der Kon­trolle über die Stel­lung und Par­tie. Den Sieg sicherte ein­mal mehr Yuri Miazhyn­s­ki mit Schwarz auf 4 gegen Hannes Schirm­beck in ein­er stark geführten Kon­ter­par­tie der mod­er­nen Vertei­di­gung.

Mit diesem tollen 4.5:3.5-Sieg, dem drit­ten vollen Erfolg in Serie, sind wir nach ver­hal­tenem Saison­start plöt­zlich wieder im Ren­nen um die Podest­plätze! In diesem befind­et sich fast noch die gesamte Tabelle, es geht so eng zu wie lange nicht. Alle Ergeb­nisse im Detail hier. Ein klein­er sportlich­er Wer­mut­stropfen waren die 3(!) Kon­tu­mazen von Pöch­larn, die dem Leader Litschau mit einem äußerst schme­ichel­haften 4:4 einen wichti­gen Punkt im Titel­ren­nen bracht­en. In den direk­ten Duellen gegen die in der Tabelle vor uns liegen­den Mannschaften Amstet­ten und Litschau in zwei und vier Wochen geht es nun für jew­eils bei­de Mannschaften um Einiges, span­nende Begeg­nun­gen sind garantiert!

Kurzbesuch im “Wimbledon des Schachs”

Bern­hard Haas und Daniel Lech­n­er vom ASK Kot­ting­brunn stat­teten gemein­sam mit den ehe­ma­li­gen Kot­ting­brun­nern Ste­fan Zojer (derzeit SK Baden) und Thomas Zojer (lebt derzeit in Ams­ter­dam) dem tra­di­tion­sre­ichen Schachturnier „Tata Steel Chess“ im nieder­ländis­chen Wijk an Zee am 17. und 18. Jän­ner einen Woch­enendbe­such ab. Vom 11. bis 28. Jän­ner ver­wan­delte sich die kleine Ortschaft in ein wahres Schachmek­ka. Zwei Weltk­las­se­turniere (Mas­ters und Chal­lengers) wur­den von zahlre­ichen Ama­teur­turnieren mit rund 1000 Teil­nehmern begleit­et.

Blick über den Turnier­saal: Ama­teur­turniere im Vorder­grund, abges­per­rter Bere­ich des Top­turniers im Hin­ter­grund
Obwohl der Bere­ich vor der Absper­rung während der Par­tien stets voller Zuse­her war, hat­te man immer einen guten Blick auf die Top­bret­ter mit den Stars.
Die Ver­suchung, sich selb­st ans Brett zu set­zen war dementsprechend groß.

Die Wurzeln des Top­turniers reichen bere­its über 80 Jahre zurück, die erste Auflage gab es im Jahr 1938, und prak­tisch alle Welt­meis­ter (bis auf Was­sili Smys­low und Bob­by Fis­ch­er) tru­gen sich im Ver­lauf der Geschichte in die Siegerliste ein. Diese Tra­di­tion kann wohl kaum ein anderes Schachturnier auf der Welt vor­weisen.

“Nor­male Leute müssen Neapel sehen bevor sie ster­ben, ein Schachgroßmeis­ter muss zuvor Wijk aan Zee gewin­nen.” (Bent Larsen)

Neben der Möglichkeit, Weltk­lass­espiel­er haut­nah zu erleben (im Mas­ters sind 8 der Top 10 der Welt am Start) liegt der beson­dere Reiz aber vor allem in der bun­ten Mis­chung und der umgreifend­en Schache­uphorie in Wijk. Vom Schachan­fänger bis zum Welt­meis­ter ist alles vertreten, auch altersmäßig. In den Cafés im Dorf kaum ein Tisch, auf dem kein Schachbrett zur Analyse oder eine schnelle Blitz­par­tie ste­ht.

Wijk aan Zee selb­st in ein 2200-Ein­wohn­er-Dorf mit ein­er erstaunlichen Dichte an Cafés und Snack­bars.
Im “Café de Zon” wer­den die Par­tien noch im klas­sis­chen Stil für das Pub­likum analysiert.

Während die Par­tien noch liefen war es lei­der unter­sagt, im Spiel­saal Fotos zu machen. Dies­bezüglich sei hier auf die Turnier­seite ver­wiesen, auf der sich wirk­lich tolle Bilder „in Action“ find­en. Zum Abschluss eine Tak­tikauf­gabe aus der Par­tie Mag­nus Carlsen gegen Richard Rap­port: mit welch­er schö­nen Kom­bi­na­tion gewann der spätere Turnier­sieger und Welt­meis­ter aus Nor­we­gen mit Weiß gegen seinen ungarischen Konkur­renten die Par­tie (Hin­weis: es gibt 2 Lösun­gen, siehe unter dem Dia­gramm)?

Lösung: nach dem Läufer­opfer 1.Lxf6+! Txf6 entschei­det das Tur­mopfer 2.Txh7+!!, und Schwarz gab bere­its auf, da nach 2…Dxh7 3.Dxh7+ Kxh7 4.Sxf6+ der Springer den König und den Turm e8 gabelt, wonach Weiß mit Qual­ität und Bauer mehr ein leicht gewonnenes End­spiel hat. Der Com­put­er find­et sog­ar die noch bessere Lösung 1.Sxf6!! Txf6 (son­st kommt ein­fach ein Abzugss­chach), dann wieder 2.Txh7+!! Dxh7 3.Lxf6+ Kg8, und nun entschei­det der stille Zug 4.Df5! und der Sg6 geht ver­loren.

FM Hechl gewinnt Kottingbrunner Neujahrsschnellschachopen

Am 5.1.2019 gab es die Pre­miere für das Neu­jahrss­chnellscha­chopen in Kot­ting­brunn. Nach­dem das Vorgänger­turnier in den Jahren davor eher im kleinen, fast vere­insin­ter­nen Rah­men durchge­führt wurde, kon­nten wir heuer stolze 42 Teil­nehmer im Ten­nis-Golfho­tel Höll­rigl willkom­men heißen. Dass das Turnier, durchge­führt in 7-ründi­gem Modus mit 15 Minuten pro Spiel­er und Par­tie, auch wer­tungsmäßig stark beset­zt war zeigt ein Blick auf die Spitze der Set­zliste mit 4 Titel­trägern (2 IM, 1 FM, 1 NM). Sehr erfreulich war auch die rege Teil­nahme der Jugend (in allen Alter­sklassen von U8 bis U18). Neben Preis­geldern für die Sieger sowie Sach­preisen für alle Teil­nehmer wurde auch der Kot­ting­brun­ner Meis­ter im Schnellschach ermit­telt.

Nach span­nen­dem Turnierver­lauf set­zte sich schließlich die Erfahrung der Favoriten durch. Bis nach der 6. Runde sah es nach einem Start-Zielsieg des topge­set­zten ungarischen IM Peter Var­ga aus, doch in der Schlussrunde wurde er in ein­er drama­tis­chen direk­ten Begeg­nung vom bis dahin einen Punkt zurück­liegen­den Wiener FM Mag. Ger­ald Hechl noch abge­fan­gen. Da bei Punk­te­gle­ich­heit zuerst die direk­te Begeg­nung entschei­dend war, kürte sich der für den SC Donaus­tadt spie­lende FM Ger­ald Hechl so zum Turnier­sieger mit 6/7, vor IM Peter Var­ga mit eben­falls 6/7. Das Podi­um kom­plet­tierte IM Dr. MMag. Ger­hard Schroll, welch­er für den ASK in der Lan­desli­ga tätig ist und sich somit auch den Titel des Kot­ting­brun­ner Schnellschachmeis­ters 2019 sicherte.

Siegerpodi­um: Organ­isator Peter Radakovics, FM Mag. Ger­ald Hechl (1. Platz), IM Dr. MMag. Ger­hard Schroll (3. Platz), Turnierdi­rek­tor Joachim Sala­m­on, IM Peter Var­ga (2. Platz) (v.l.n.r, Foto: Johann Buch­has)

Einen sen­sa­tionellen 4. Endrang erre­ichte Fabi­an Hechl (U14, mit 5/7, Star­trang 17!), der Sohn des Turnier­siegers. Knapp dahin­ter mit eben­falls 5/7 lan­de­ten der Autor sowie Alexan­der Gschiel (U12, Kat­e­goriepreis Jugend) und der Baden­er Fern­schachspezial­ist Karl Binder (Kat­e­goriepreis Ü65). Der Kat­e­goriepreis Ü50 ging an unseren Fer­enc Csil­lag, der mit 4.5/7 Rang 8 belegte und dabei die beste Zweitwer­tung aller Spiel­er aufwies. Ein sen­sa­tionelles Turnier auch für den jun­gen Ungarn Peter Balint (U8!!), der erst mit ein­er Schlussrun­den­nieder­lage gegen IM Schroll einen Top­platz ver­gab und mit 4.5/7 Rang 9 belegte. Die Nach­wuchs zeigte also auf, auch die Kot­ting­brun­ner Jugendlichen spiel­ten ein starkes Turnier und lan­de­ten alle­samt weit vor ihrem Star­trang: Tamas Gyuri­ka (U14, 4/7), Roland Gyuri­ka (U12, 3.5/7) und Oliv­er Kuti (U12, 3.5/7). Alle Ergeb­nisse im Detail auf chess-results.

Grat­u­la­tion den Gewin­nern und ein großes Dankeschön an alle Schachfre­unde für die Teil­nahme, sowie den helfend­en Hän­den rund um die Turnierdi­rek­toren Joachim Sala­m­on und Johann Buch­has, welche das Turnier sou­verän geleit­et haben! Let­zt­ge­nan­nter stellte auch fre­undlicher­weise fol­gen­den Link zur Bildga­lerie mit jed­er Menge Turnier­fo­tos zur Ver­fü­gung!

Landesliga Rd. 6. Heimspiel gg. Böhlerwerk

Am 9.12. stand die let­zte Runde der LL im Jahr 2018 am Pro­gramm, für den ASK ein Heim­spiel gegen Böh­ler­w­erk. Wir kon­nten dies­mal eine kom­pak­te Mannschaft an den Start brin­gen, aber auch die Mostviertler waren stark angereist.

Der Spielver­lauf war zunächst etwas kurios. Nach raschem Fig­urentausch gab man die Bret­ter 6 (Bern­hard Haas gegen Chris­t­ian Neu­mann) und 1 (FM Flo­ri­an Most­bauer gegen FM Johannes Wirus) bere­its nach kurz­er Zeit Remis. Bald danach war auch auf den Bret­tern 8 (Peter Radakovics gegen Horst Semeck) und 2 (der Autor gegen FM Alois Hell­mayr) die Punk­teteilung vere­in­bart. In den übri­gen Par­tien kündigte sich aber har­ter Kampf an. Fer­enc (Brett 7) schaffte es, seinem Geg­n­er Johann Ebn­er bere­its nach 5 Zügen gute 45 Minuten auf der Uhr abzunehmen. Ger­ald „investierte“ sel­bige Zeit aber eben­so in sein­er Par­tie gegen MK Lam­bert Dan­ner (Brett 3).

Dann aber der Pauken­schlag: Fer­enc sam­melte nach einem Verse­hen von Weiß einzügig eine Fig­ur ein und brachte uns in Führung. Da auch Ger­ald trotz Zeit­not seine Par­tie in den Rem­ishafen brin­gen kon­nte, sah es nun vorzüglich für uns aus. Chris­t­ian Fabisch gewann in ein­er zähen Manövri­er­par­tie in königsindis­ch­er Stel­lung gegen Chris­t­ian Lovri­novic langsam Ober­wass­er, gab sich mit Hin­blick auf den Spiel­stand aber mit ein­er Punk­teteilung zufrieden. Her­bert hat­te gegen Hel­mut Lein­fell­ner auf Brett 5 stets eine sehr angenehme Stel­lung. Da sein Geg­n­er aber zum Weit­er­spie­len gezwun­gen war, dauerte es dementsprechend lange, bis das Remis amtlich wurde und uns den zweit­en Sieg en suite bescherte: End­stand 4.5:3.5.

Alle Ergeb­nisse im Detail hier. In den übri­gen Par­tien musste der bish­erige sou­veräne Tabel­len­führer Amstet­ten eine deut­liche 2:6-Niederlage gegen Krems ein­steck­en und Litschau (4.5:3.5 gegen Baden) und Stock­er­au (5.5:2.5 gegen Pöch­larn) bis auf einen Punkt her­an­rück­en lassen. Für Bisam­berg hat sich die Fahrt nach Zwet­tl (1:7) nicht gelohnt. Der ASK Kot­ting­brunn über­win­tert mit 5 Punk­ten auf Platz 8 und ist in der ersten Runde des neuen Jahres im Jän­ner spiel­frei.

Landesliga Rd. 5: Auswärts gg. Pöchlarn

Am 25.11.2018 war der ASK Kot­ting­brunn in der LL auswärts in Pöch­larn engagiert. Auf­grund ein­er wahren Absagen­flut waren wir nur mit schwachen Hoff­nun­gen auf einen Punk­tegewinn angereist.

Dur­chaus orig­inelles Spiel­lokal war der Bahn­hof­swirt, der gle­ichzeit­ig ein Eisen­bah­n­mu­se­um beherbergt.

Nach einem raschen Remis auf Brett 3 legten wir dem Mot­to entsprechend auf den meis­ten Bret­tern dann auch gle­ich los wie die Eisen­bahn. Fer­enc schnürte seinen Geg­n­er Hel­mut Streimel­weger auf Brett 7 mit Fig­uren­spiel und einem weit vorg­erück­ten Bauern d5 ein, Joachim kon­nte seinen Raumvorteil auf Brett 5 gegen Gün­ter Höbarth bald in einen Mehrbauern ver­wan­deln und der Autor set­zte Ger­hard Mit­ter­mayr auf Brett 2 mit einem schö­nen Dop­pel­bauernopfer stark unter Druck. Die restlichen Par­tien standen zumin­d­est nicht schlechter für uns.

Fol­glich trudel­ten nach und nach die erfreulichen Ergeb­nisse ein. Kurz nach­dem Chris­t­ian Fabisch mit Schwarz gegen Wern­er Schweitzer sou­verän das Remis erre­ichte, gewann Joachim einen zweit­en Bauern, woraufhin sein Geg­n­er bald auf­gab. Fer­enc set­zte seinen Vorteil in eine Mehrqual­ität um und war unge­fährdet, und auch Har­ald Paulsen kon­nte Ernst Eich­horn auf Brett 8 in ein­er kom­plizierten Stel­lung über­spie­len und in ein siegre­ich­es End­spiel abwick­eln. Als der Autor kurz vor der Zeitkon­trolle seinen Mehrturm ver­w­erten kon­nte, stand es 5:1 für uns: Der erste Mannschaftssieg der Sai­son war fix­iert!

Pöch­larn blieb nach der Zeitkon­trolle auf den Bret­tern 1 (FM Johannes Wirius gegen IM Hannes Ganaus) und 6 (Robert Gat­ter­may­er gegen Peter Radakovics) nur noch Ergeb­niskos­metik. End­stand 5:3 aus unser­er Sicht! Ein Sieg, den wohl nicht viele auf der Rech­nung hat­ten. Alle Ergeb­nisse im Detail hier. Weit­er geht es in zwei Wochen mit dem Heim­spiel gegen Böh­ler­w­erk.

Landesliga Rd. 3: Auswärts gg. Baden

Am 28.10. stand für den ASK das Indus­trieviertelder­by gegen den SK Baden am Pro­gramm. Let­zte Sai­son hat­ten wir einen spek­takulären 6.5:1.5-Sieg gefeiert, doch im Ver­gle­ich dazu mussten wir dies­mal unsere Spitzen­bret­ter auf­grund von schachlichen oder beru­flichen Aus­land­saufen­thal­ten alle­samt vorgeben. Unsere Mannschaft: Csil­lag, Fabisch, Haas, Lam­pl, Lech­n­er, Sala­m­on, Soma­sun­dram, Todor.

Die Eröff­nungsphase ver­lief augeglichen. Bere­its nach 4 (!) Zügen einigte man sich am Spitzen­brett zwis­chen FM Raz­van Todor und FM Marko Rubil auf Remis. In den restlichen “echt­en” Schach­par­tien kamen Ger­ald Lam­pl und Chris­t­ian Fabisch gegen WFM Denise Trip­pold (Br. 2) und MK Her­bert Rudolf (Br. 4) bere­its früh unter Druck, doch auf den Bret­tern 5 (Bern­hard Haas gegen Bern­hard Geis­mann) und 6 (Fer­enc Csil­lag gegen Peter Stan­gler) kon­nten wir her­vor­ra­gende Stel­lun­gen ver­buchen. Unklar und konkret waren die Par­tien Lech­n­er gegen Hofeg­ger (Br. 2) und Riess gegen Soma­sun­dram (Br. 8), während Joachim Sala­m­on und Johann Perndl auf Br. 7 die Par­tie ruhiger und sym­metrisch­er anlegten.

Bald wurde aber klar, dass es nicht unser Son­ntag wer­den würde. Bern­hard gab unglück­licher­weise seine Gewin­n­chan­cen und im Frust bald sog­ar noch das Remis aus der Hand, während Chris­t­ian die posi­tionellen Nachteile sein­er Stel­lung (inkl. Tripel­bauer auf der f-Lin­ie) nicht mehr in den Griff bekam. Nach­dem Joachim’s Par­tie nach eini­gen Vere­in­fachunen in den Rem­ishafen gesegelt war, stellte Fer­enc mit seinem stark her­aus­ge­spiel­ten Sieg mit­tels Albin’s Gegengam­bit den Anschlusstr­e­f­fer her. Damit war unser Pul­ver aber ver­schossen. Sum­si verzettelte sich in sehr dynamis­ch­er Stel­lung (zwei Läufer gegen zwei Springer), wonach nur mehr 2 Siege auf den Bret­tern 2 und 3 zur Punk­teteilung gere­icht hät­ten. Stattdessen stellte der Autor in eigentlich guter Stel­lung seine Par­tie gegen Jakob Hofeg­ger in Zeit­not tak­tisch ein. Ger­ald kämpfte mit Minus­bauern und schlechtem Läufer gegen guten Springer im End­spiel lange, doch Denise Trip­pold ließ sich diesen Vorteil nicht mehr nehmen.

Ger­ald Lam­pl gegen Denise Trip­pold, trotz zäher Vertei­di­gung mit besserem Aus­gang für den SK Baden.

Bit­tere Turn­arounds in eini­gen Par­tien bescherten uns so eine 2:6-Auswärtspleite. Es gilt nun, in zwei Wochen das Rud­er herumzureißen und endlich voll anzuschreiben. In den restlichen Begeg­nun­gen gab es einige Über­raschun­gen. Mis­tel­bach velor das Heim­spiel gegen Amstet­ten mit 3.5:4.5, während sich der mit ein­er bären­starken Mannschaft (aber auch nur mit 7 Mann) ange­tretene SK Zwet­tl zuhause Litschau mit 3:5 beu­gen musste. Alle Detai­l­ergeb­nisse hier.

Landesliga Rd. 2: Heimspiel gg. Bisamberg/Korneuburg

Am 14.10. empf­ing der ASK Kot­ting­brunn die Mannschaft aus Bisam­berg zur 2. Runde der LL 2018/19 im Ten­nis-Golf-Hotel Höll­rigl bei, wie kön­nte es anders sein, strahlen­dem Son­nen­schein. Bei uns taucht­en mit Her­bert Dit­tel, Bern­hard Haas, Ger­ald Lam­pl, Har­ald Paulsen und Play­ing-Cap­tain Joachim Sala­m­on gle­ich fünf neue Gesichter im Ver­gle­ich zu vor zwei Wochen an den Bret­tern auf. Zudem spiel­ten erneut Csil­lag, Lech­n­er und Wirius.

Von ein­er Verküh­lung geschwächt spielte Har­ald auf Brett 8 gegen Her­bert Kretschy betont sich­er, ver­mied zweis­chnei­di­ge Vari­anten und remisierte nach raschem Fig­urentausch bald. Der Autor stellte zum ersten Mal in seinen Begeg­nun­gen mit MK Andreas Pam­mer nichts ein, glich mit Schwarz auf Brett 3 rasch aus und erre­ichte prob­lem­los die Punk­teteilung. Somit 1:1 nach knapp zwei Stun­den Spielzeit.

Bern­hard ver­traute auf Brett 5 gegen David Merei sein­er Trade­mark-Vari­ante mit Schwarz und erre­ichte bald eine Traum­stel­lung inklu­sive Mehrbauer. Lei­der gab ein über­hasteter Springerzug (Sc6 statt dem von ihm selb­st nach der Par­tie vorgeschla­ge­nen Sd7!) Weiß ger­ade genug Gegen­spiel, und im aus­geglich­enen Tur­mend­spiel wurde Remis vere­in­bart. Eine weit­ere Punk­teteilung gab es kurz darauf auf Brett 6 zwis­chen Fer­enc und Michael Grand. Keine Seite kon­nte merk­lichen Vorteil erre­ichen, ein kor­rek­tes Remis war die Folge. Echt­en Gewin­n­chan­cen zumin­d­est sehr nahe war Her­bert auf Brett 4 gegen Dieter Sei­dler: er schaffte es, ein­er prak­tisch sym­metrischen End­spiel­stel­lung einen Mehrbauern zu ent­lock­en. Im Gegen­zug wur­den aber die schwarzen Fig­uren der­art aktiv, dass dieser nicht lange zu hal­ten und die Punk­teteilung bald daraufhin unver­mei­dlich war.

Span­nende Par­tien von Her­bert Dit­tel, Ger­ald Lam­pl und FM Johannes Wirius (v.l.n.r.)

Blieben bei der ersten Zeitkon­trolle noch 3 Bret­ter, und auf den ersten bei­den gab es Dra­ma. Ger­ald geri­et auf Brett 2 mit Weiß gegen Ger­hard Wetscherek bere­its nach der Eröff­nung in eine strate­gisch gefährliche Stel­lung mit schlechtem Läufer gegen guten Springer, was sich bald in Mate­ri­al­nachteil umschlug und trotz trick­re­ich­er Vertei­di­gung nicht zu hal­ten war. Bisam­berg ging somit in Führung und es sah nicht gut aus, da auch Johannes gegen Chris­t­ian Schmidrath­n­er auf Brett 1 in eine gefährliche Stel­lung geri­et und Joachims Stel­lung auf Brett 7 gegen Paul Schiessl trotz optis­ch­er Über­legen­heit immer mehr ins Remis driftete. Aus­gerech­net im 40. Zug ließ Johannes‘ Geg­n­er aber einen ganzen Springer ste­hen und ermöglichte uns so den Aus­gle­ich, das Endergeb­nis 4:4 war durch ein baldiges Remis von Joachim amtlich.

Kein Durchkom­men im End­spiel zwis­chen Cap­tain Joachim Sala­m­on (l.) und Paul Schiessl (r.).

Am Ende des Tages eine wohl leis­tungs­gerechte Punk­teteilung, die Revanche für die Nieder­lage aus dem Vor­jahr ver­passten wir aber. Alle Detai­l­ergeb­nisse hier. Weit­er geht es für den ASK in zwei Wochen in Baden, wo das große Indus­trievier­tel-Der­by anste­ht. Span­nung ist garantiert!